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BFSG-Checkliste: Ist Ihre Website betroffen? Diese 12 Fehler finden Prüfer zuerst

Die 12 häufigsten BFSG-Verstöße lassen sich in vier Gruppen einteilen: Kontrast und Lesbarkeit, Tastaturbedienbarkeit, fehlende Alt-Texte und unklare …

Werbehinweis: Der Check ist für Sie kostenlos. Die Seite finanziert sich über Prüf- und Umsetzungsaufträge sowie die Vermittlung von Anfragen an geprüfte Web-Agenturen. Details in der Methodik.

Die 12 häufigsten BFSG-Verstöße lassen sich in vier Gruppen einteilen: Kontrast und Lesbarkeit, Tastaturbedienbarkeit, fehlende Alt-Texte und unklare Formulare. Wer diese vier Gruppen systematisch abarbeitet, deckt in der Praxis den überwiegenden Teil aller Prüfbefunde ab, bevor überhaupt eine Behörde oder ein Mitbewerber die Seite prüft. Dieser Artikel listet die 12 Fehler konkret auf, mit dem jeweils schnellsten Fix.

Werbehinweis: Der Check ist für Sie kostenlos. Die Seite finanziert sich über Prüf- und Umsetzungsaufträge sowie die Vermittlung von Anfragen an geprüfte Web-Agenturen. Details in der Methodik.

Gruppe 1: Kontrast und Lesbarkeit (Fehler 1 bis 3)

1. Zu geringer Textkontrast. Hellgraue Schrift auf weißem Grund wirkt modern, unterschreitet aber häufig den erforderlichen Kontrastwert von WCAG 2.1 AA. Fix: Textfarbe auf einen ausreichenden Kontrast gegenüber dem Hintergrund anheben, insbesondere bei Fließtext und Buttons.

2. Information nur über Farbe vermittelt. Ein rot markiertes Pflichtfeld ohne zusätzliches Symbol oder Text ist für farbenblinde Nutzerinnen und Nutzer nicht erkennbar. Fix: Zusätzlich zu Farbe immer ein Symbol, ein Sternchen oder einen Text ergänzen.

3. Zu kleine Schrift ohne Zoom-Unterstützung. Websites, die beim Vergrößern der Browserschrift ihr Layout zerstören, verhindern eine grundlegende Anpassungsmöglichkeit. Fix: Relative Einheiten statt fester Pixelgrößen für Schrift und Layout verwenden.

Gruppe 2: Tastaturbedienbarkeit (Fehler 4 bis 6)

4. Dropdown-Menüs nur per Maus bedienbar. Navigationsmenüs, die sich beim Tabben nicht öffnen, sperren komplette Seitenbereiche für Tastaturnutzerinnen und -nutzer aus. Fix: Alle interaktiven Elemente über Tab-Taste und Enter erreichbar und bedienbar machen.

5. Fehlender sichtbarer Fokusrahmen. Viele moderne Designs entfernen den Standard-Fokusrahmen aus optischen Gründen, ohne einen Ersatz zu setzen. Fix: Einen klar sichtbaren, eigenen Fokus-Stil definieren statt den Browser-Standard einfach zu löschen.

6. Tastaturfallen in Modals und Cookie-Bannern. Ein Pop-up, aus dem sich per Tastatur nicht mehr herausnavigieren lässt, blockiert die komplette Seite. Fix: Fokus-Management in Dialogen testen, Escape-Taste und Tab-Reihenfolge müssen funktionieren.

Zahl: Ein automatisierter Erst-Scan prüft Kontrast-, Fokus- und Struktur-Kriterien in Sekunden und zeigt, welche dieser 12 Fehler auf der eigenen Seite konkret vorliegen, bevor eine manuelle Detailprüfung nötig wird.

Gruppe 3: Bilder, Multimedia, Formulare und Struktur (Fehler 7 bis 12)

7. Fehlende Alt-Texte bei bedeutungstragenden Bildern. Produktbilder oder Icons mit Funktion ohne Alternativtext bleiben für Screenreader-Nutzerinnen und -Nutzer unsichtbar. Fix: Jedes bedeutungstragende Bild bekommt einen kurzen, beschreibenden Alt-Text, rein dekorative Bilder einen leeren Alt-Text.

8. Videos ohne Untertitel oder Transkript. Erklärvideos oder Produktvideos ohne Untertitel schließen gehörlose und schwerhörige Nutzerinnen und Nutzer aus. Fix: Untertitel oder mindestens ein Transkript ergänzen, besonders bei zentralen Erklärinhalten.

9. Automatisch startende Inhalte mit Ton. Videos oder Audio, die ungefragt starten, überlagern häufig genutzte Screenreader-Ausgaben und sind zusätzlich eine Ablenkung. Fix: Autoplay mit Ton grundsätzlich vermeiden oder eindeutig steuerbar machen.

10. Formularfelder ohne Label. Ein Eingabefeld, das nur über einen Platzhaltertext beschriftet ist, verliert diese Information, sobald etwas eingetippt wird, und wird von Screenreadern oft gar nicht korrekt vorgelesen. Fix: Jedes Feld bekommt ein echtes, dauerhaft sichtbares Label.

11. Unverständliche Fehlermeldungen. Ein pauschales “Fehler beim Absenden” ohne Hinweis auf das betroffene Feld zwingt Nutzerinnen und Nutzer zum Raten. Fix: Fehlermeldungen konkret formulieren und dem jeweiligen Feld eindeutig zuordnen.

12. Fehlende oder falsche Überschriftenstruktur. Eine Seite ohne logische H1-bis-H6-Hierarchie, oder mit mehreren H1 auf derselben Seite, erschwert die Navigation per Screenreader erheblich. Fix: Eine Überschriftenebene pro Bedeutungsebene, genau eine H1 je Seite.

Diese sechs Fehler betreffen unterschiedliche Bereiche der Seite, teilen aber ein Muster. Sie fallen bei einer rein visuellen Abnahme am Bildschirm meist nicht auf, weil die Seite optisch trotzdem fertig aussieht. Erst eine Prüfung mit Tastatur, Screenreader oder einem automatisierten Werkzeug macht sie sichtbar. Das erklärt auch, warum sie in der Praxis so häufig unentdeckt bleiben, bis eine Marktüberwachungsbehörde oder ein Mitbewerber genauer hinschaut, obwohl die Fixes dafür meist keine großen Umbauten brauchen, sondern gezielte Nacharbeit an einzelnen Elementen.

Zahl: Für Dienstleistungen greift eine Kleinstunternehmen-Ausnahme bei unter 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von höchstens 2 Millionen Euro. Wer diese Schwelle überschreitet oder Produkte statt Dienstleistungen verkauft, sollte die 12 Fehler oben mit Priorität abarbeiten (mehr zur Betroffenheit im Artikel zum Thema pillar).

Priorisierung und Grenzen der Checkliste

Nicht alle 12 Fehler wiegen in der Praxis gleich schwer, und nicht jedes Team hat die Kapazität, alle gleichzeitig zu beheben. Ein sinnvoller Startpunkt sind die Fehler, die ganze Nutzergruppen komplett aussperren, statt sie nur zu erschweren: Tastaturfallen in Modals, Dropdown-Menüs ohne Tastaturzugriff und Formularfelder ohne Label gehören in diese Kategorie, weil sie einen kompletten Bedienpfad blockieren können, nicht nur die Lesbarkeit beeinträchtigen. Kontrastfehler und fehlende Alt-Texte sind zwar häufiger anzutreffen, lassen sich aber meist mit geringerem Einzelaufwand pro Element beheben, wenn erst einmal eine Alt-Text-Konvention im Redaktionsprozess verankert ist.

Ein pragmatischer Ansatz: zuerst die Startseite und die Seiten mit dem höchsten Traffic prüfen, dort die zwölf Punkte durchgehen, dann dieselbe Prüfung schrittweise auf den Rest der Website ausweiten. Das verhindert, dass ein umfassendes Audit-Projekt aufgesetzt wird, bevor überhaupt die wichtigsten Seiten sauber sind.

Die 12 Punkte oben decken die häufigsten, aber nicht alle denkbaren Barrierefreiheitsprobleme ab. Komplexe Anwendungen mit eigens entwickelten Widgets, mehrstufigen Checkout-Prozessen oder dynamisch nachladenden Inhalten können zusätzliche, individuellere Probleme haben, die eine automatisierte Liste nicht vollständig erfasst. In solchen Fällen ist eine Checkliste ein guter erster Schritt, aber kein Ersatz für eine vertiefte technische Prüfung. Ebenso ersetzt diese Checkliste keine rechtliche Bewertung der eigenen Betroffenheit, sie ist eine technische Einschätzung, keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheiten zum eigenen Einzelfall empfiehlt sich der Weg zu einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für IT-Recht.

Fazit

Die 12 häufigsten BFSG-Verstöße lassen sich mit überschaubarem Aufwand systematisch abarbeiten, sobald sie einmal identifiziert sind. Ein automatisierter Erst-Scan schafft dafür in Sekunden die Priorisierung, welche der vier Fehlergruppen auf der eigenen Website zuerst dran ist.